Von Elena Peham, 3HLKa
Ich habe zusammen mit einer Freundin einen Erasmus-Austausch gemacht und fünf Wochen lang in Spanien gelebt. Von September bis November haben wir unsere Zeit in einer kleinen Stadt in der Spanischen Provinz Lugo in Galicia verbracht. Dort haben wir bei zwei Austauschschülern Namens Nico und Pablo gewohnt. Die Gastfamilien waren sehr nett und offen zu uns, wir haben uns gleich willkommen gefühlt. Alles Organisatorische wie die Flüge oder die Geldüberweisungen hat problemlos funktioniert, was für uns eine große Erleichterung war.
Trotzdem war die Umstellung am Anfang ungewohnt. Die Spanier leben ganz anders. Die Leute gehen viel später schlafen als wir und die Schule dauert nur 6 Stunden am Tag. Sie tragen zuhause normalerweise ihre Straßenschuhe, was wir gar nicht gewohnt sind. Außerdem hatten beide unserer Gastfamilien ein Dienstmädchen. Sie haben jeden Tag geputzt und gekocht, sobald wir nach Hause gekommen sind. Das war mehr als ungewohnt, aber auch angenehm, weil wir uns um nichts kümmern mussten.
Während wir dort waren, haben wir richtig viele Ausflüge gemacht und super viel gesehen. Besonders schön war der dreitägige Aufenthalt in Madrid sowie A Coruña und Santiago de Compostela. Jede Stadt hatte etwas Besonderes und wir haben viel über die spanische Kultur und Geschichte gelernt. Gleichzeitig haben wir auch viele neue Leute kennengelernt, was den Austausch noch schöner gemacht hat. Zum Beispiel haben wir zwei Mädchen aus Italien kennengelernt, die auch Austauschschülerinnen waren. Wir haben uns sofort mega gut verstanden, als würden wir uns schon ewig kennen. Wir waren oft gemeinsam unterwegs und haben schon ausgemacht, dass wir uns im Sommer unbedingt wiedersehen wollen.
Meine Großeltern haben uns ebenfalls besucht, da sie um diese Zeit immer mit dem Auto nach Spanien fahren. Ihre Reise geht immer ganz in den Süden von Spanien, doch sie haben mich mit einem einwöchigen Aufenthalt in Lugo überrascht, bevor ihre Reise ins warme Malaga in Spanien weiterging. Das hat mich richtig gefreut, da ich jemanden zum Reden hatte.


Was mich allerdings manchmal ein bisschen aufgeregt hat, war, dass wir wirklich 10 Wochen lang fast ununterbrochen mit den Jungs zusammen waren. Das war zwischendurch echt viel, weil jeder mal Zeit für sich braucht. Trotzdem war es eine wichtige Erfahrung und wir haben viel daraus gelernt, vor allem darüber, wie man mit anderen Menschen zusammenlebt.
Obwohl es ein paar Herausforderungen gegeben hat, würde ich den Austausch jederzeit wieder machen. Vielleicht aber diesmal in den Süden von Spanien, weil es dort wärmer ist. Im Norden (dort, wo wir waren) war es zu dieser Jahreszeit kälter und regnerischer als wir gedacht haben.
Und 5 Wochen Spanien bei uns in Österreich …
Bevor wir selbst nach Spanien geflogen sind, waren Pablo und Nico auch 5 Wochen bei uns in Österreich. Am Anfang waren wir richtig gespannt, wie es sein wird, jemand eigentlich Fremden so lange bei sich wohnen zu haben. Aber die beiden haben sich wirklich schnell eingelebt. Wir haben ihnen Wien und Graz gezeigt, sie haben unsere Freunde kennengelernt und wir hatten eine richtig lustige Zeit zusammen. Besonders cool war es zu sehen, wie sie auf unsere Gewohnheiten reagieren, wie zum Beispiel, dass wir zuhause keine Straßenschuhe tragen oder dass wir viel früher essen und schlafen gehen als in Spanien. Wir haben ihnen typische österreichische Gerichte gezeigt, ein paar unserer Bräuche sowie einige unserer Lieblingsplätze gezeigt. Es war wunderschön zu sehen, wie gut es ihnen gefallen hat. Diese ersten fünf Wochen haben definitiv dazu beigetragen, dass wir uns in Spanien gleich viel sicherer und wohler gefühlt haben.
Ein Nachteil vom Aufenthalt in Spanien ist der Schulstress, den wir jetzt teilweise erleben. Möglicherweise ist daher ein Aufenthalt im Ausland zu Schulbeginn leichter.
Insgesamt war der Erasmus-Austausch eine unglaublich tolle und schöne Zeit für mich. Ich habe eine neue Kultur kennengelernt, viele schöne Momente erlebt und Freundschaften geschlossen. Diese fünf Wochen haben mir gezeigt, wie groß die Welt eigentlich ist und wie spannend es sein kann, neue Wege zu gehen. 💕