Von Philipp Kaufmann, 4HLWa

Mein dreimonatiges Praktikum im Seehotel Friedrichshafen war … sagen wir mal: anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Ich startete motiviert und eifrig hinein. Und rausgekommen bin ich mit einem ziemlich ehrlichen Bild davon, wie Hotelarbeit wirklich aussieht – ohne Filter, pure Arbeitswelt.
Back Office – der Ort, an dem die Zeit etwas langsamer vergeht
Im Back Office habe ich schnell gemerkt, dass Organisation nicht automatisch spannend ist. Viele Aufgaben waren simpel, teilweise eintönig, und gelegentlich hatte ich das Gefühl, mehr Arbeit zu suchen als zu haben.
Ich habe aber gelernt, mich zurechtzufinden, auch wenn die Tätigkeiten nicht zu meinen Favoriten gehörten. Man entwickelt Routine, aber hätte ich mir mehr Abwechslung gewünscht? Ja.
Rezeption – nah am Geschehen, aber oft nur Zuschauer
Die Rezeption war etwas interessanter, auch wenn ich dort selten die Hauptrolle gespielt habe. Vieles durfte ich nur beobachten, weil klarerweise bestimmte Aufgaben beim Team bleiben mussten.
Ich habe mitbekommen, wie unterschiedlich Gäste sein können – freundlich, gestresst, fordernd, alles dabei. Charmant zu bleiben, auch wenn man sich langweilt oder überfordert ist, ist eine Kunst. Eine Kunst, die ich dort trainiert habe.

Frühstücksservice – viel Arbeit, wenig Glamour
Im Frühstücksservice hatte ich am meisten zu tun – und zwar richtig.
Tische richten, nachfüllen, abräumen, wieder von vorne. Es war manchmal stressig, manchmal monoton, und ganz sicher nicht mein Traumjob. Aber: Es hat mich wach gemacht.
Man lernt, schnell zu sein, mit Menschen umzugehen und abzuschätzen, was gerade gebraucht wird. Und ja, manchmal war’s nervig. Aber wenigstens war was los.
Mein Fazit – kein perfektes Praktikum, aber ein echtes
Das Praktikum war nicht „wow“, es war nicht glamourös, und oft war teils lästig.
Aber genau das hat es menschlich gemacht. Ich habe gelernt, was mir liegt und was nicht. Ich habe Situationen erlebt, in denen ich mich durchbeißen musste. Und ich habe festgestellt, dass ich beruflich andere Wege spannender finde.
Vielleicht war es nicht das beste Praktikum – aber es war ehrlich, echt und am Ende genau die Erfahrung, die einem weiterhelfen könnte.