Von Eva Dirninger-Weissensteiner (Europass Teacher Academy, März 2026, Brüssel)

Vor dieser Fortbildungsreise hatte ich zwei Ziele: wieder einmal einen Kurs zum Thema Entrepreneurship Education zu machen und das in Brüssel – einfach um diese Stadt etwas kennenzulernen, bevor ich im April dann mit einer Gruppe Schüler:innen nach Belgien fahren würde. Der Kurs war für meine Zwecke wirklich perfekt aufgebaut, da sehr praktisch und systematisch gearbeitet wurde, und kulturelle Aktivitäten auch Teil des Kurses waren. Am ersten Tag begann der Kurs mit einer allgemeinen Einführung, in der sowohl das Programm als auch die teilnehmenden Schulen und die geplanten externen Aktivitäten vorgestellt wurden. Bei den Präsentation meiner Kolleg:innen war für mich besonders interessant, dass auch die Schule in Tschechien und Italien als Oberstufenschulen ähnliche Ziele und Projekte wie wir an der Schrödinger haben. Außerdem versuchten wir am ersten Tag eine erste Definition von „social entrepreneurship“ und arbeiteten den Unterschied zwischen „founded project“ und „social enterprise“ heraus. Diese betrachteten wir schließlich anhand von drei unterschiedlichen „case studies“ genauer. Am Nachmittag fand dann noch eine Führung durch die Brüsseler Altstadt statt, die den kulturellen Einstieg in die Woche bereicherte.
Der zweite Kurstag stand unter dem Thema einer „Root Cause Diagnoses“. Hierfür wählte jede:r Teilnehmer:in aus der „school asset map“ vom ersten Tag ein gefundenes Problem aus dem Umfeld der eigenen Schule und gestaltete dazu einen so genannten „problem tree“. Über die Beschäftigung mit den SDGs konnten wir unseren Problem-Baum in einen Lösungsbaum umwandeln und so wurden aus den Ursachen Handlungsfelder und aus negativen Folgen mögliche Lösungen. Am Nachmittag hatten wir noch die Möglichkeit, das Wahrzeichen von Brüssel, das Atomium, zu besichtigen – und das ist auf jeden Fall sehenswert.
Die Fortsetzung der Arbeit an Tag 3 erfolgte über das Herausarbeiten möglicher Herausforderungen, die für unsere Schüler:innen bei dieser Arbeit auftreten. In der Gruppe haben wir Strategien dafür gesucht und auch gefunden, wobei alle gefundenen Herausforderungen, trotz unterschiedlicher Fragestellungen, sehr ähnlich waren.

Schließlich beschäftigten wir uns mit dem Business Model „Canvas“, mit dem eine Geschäftsidee sehr übersichtlich auf einer Seite dargestellt werden kann. Diese Canvas wurden anschließend präsentiert und wie bei „shark attack“ gefeedbackt und überarbeitet. Am Nachmittag waren wir dann im Parlament und hatten sogar die Möglichkeit, bei einer Plenarsitzung dabei zu sein – das war wirklich spannend. Anschließend waren wir dann noch in der Ausstellung des Parlamentariums, in dem wir viel über die Organisation rund um das Europäische Parlament erfuhren.
Da sich auch eine “social enterprise” aber nicht mit Canvas verkauft, versuchten wir zum Abschluss noch, die Geschichte hinter unserem Projekt herauszuarbeiten und diese auch zu erzählen – auf Englisch durchaus eine Herausforderung. Der sechste und letzte Tag diente dem Abschluss des Kurses. In einer gemeinsamen Reflexion wurden die erworbenen Kompetenzen zusammengefasst und Feedback ausgetauscht. Abschließend erhielten alle Teilnehmenden ein Zertifikat. Ergänzend fanden kulturelle Aktivitäten und ein gemeinsamer Ausflug statt, die den Kurs abrundeten.
Insgesamt bot der Kurs eine gelungene Mischung aus theoretischem Wissen, praktischer Anwendung und interkulturellem Austausch und ich bin selbst sehr „inspired“ zurückgekommen, mit vielen neuen Ideen für unsere Sozialprojekte an der Schule und natürlich auch für die nächste Reise nach Belgien.