Von Ainoa Rechberger, 2HLKa

Nach drei interessanten sowie erholsamen Wochen in Chiclana de la Frontera blicke ich auf eine unvergessliche Zeit zurück. Zusammen mit zwei anderen Mädchen unserer Schule habe ich im März drei Wochen lang an einem Schüleraustausch im Süden Spaniens teilgenommen.
Da meine Austauschschülerin leider krank war, als sie zu uns nach Österreich kommen sollte, lernte ich sie erst vor Ort kennen. Durch die Gastfreundschaft und Offenheit der Familie habe ich mich aber sofort wie zu Hause gefühlt. Obwohl ich wusste, dass die Familie aufgrund des Zustandes meiner Gastschwester gerade eine schwere Zeit durchmacht, haben sie alles versucht, um mir so viel wie möglich von der Umgebung zu zeigen. Besonders faszinierend war die Stadt Tarifa, wo man sehen konnte, wie das Mittelmeer und der Atlantik aufeinandertreffen. Außerdem zeigten sie mir viele besondere Plätze, an denen man Sonnenuntergänge beobachten konnte, die ich niemals vergessen werde.
Zu Beginn war die Umstellung dennoch ungewohnt: anderes Essen, verschiedene Regeln im Haus und generell ein fremder Alltag. Doch schon nach kurzer Zeit gelang es mir, mich dem spanischen Rhythmus anzupassen und mich wohlzufühlen. Auch der Schulalltag war eine neue, spannende Erfahrung für mich. Durch den Einblick in das spanische Schulsystem konnte ich Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede zu unserer Schule in Österreich wahrnehmen. Die Lehrer:innen in der IES La Pedrera Blanca  waren sehr freundlich und offen, und in einigen Fächern wie Englisch oder Französisch konnten wir sogar mitarbeiten, da sie gerade denselben Stoff durchgemacht haben. Einer der größten Unterschiede war die deutlich lautere Atmosphäre im Unterricht, wodurch ich die Ruhe in meiner Klasse zu schätzen lernte.

Da wir jeden Tag nur sechs Stunden hatten, blieb genug Zeit, um die Umgebung zu erkunden und neue Eindrücke zu sammeln. Da der Strand nur 20 Minuten mit dem Bus entfernt ist, nutzten wir die Gelegenheit oft und fuhren direkt nach der Schule dorthin. Außerdem meldeten wir uns für die drei Wochen im Gym an, wo wir die Nachmittage nach der Schule meist gemeinsam verbrachten. Dabei entstand schnell eine feste Routine, und es fühlte sich bald so an, als würden wir hier wohnen.
An den Wochenenden machten wir meistens Ausflüge an verschiedene Orte. Besonders schön waren die Ausflüge nach Sevilla und nach Cádiz. Der Duft der Orangenbäume, wenn man durch die Straßen geht, ist unbeschreiblich, ebenso wie die kleinen Gassen mit den süßen Balkonen. Da unsere Austauschschülerinnen zu diesem Zeitpunkt aber leider sehr viele Schularbeiten und Tests hatten, verbrachten wir die meisten Aktivitäten allein. Das war einerseits schade, da wir nicht so viele neue Bekanntschaften machen konnten, brachte uns andererseits aber näher zusammen.
Obwohl wir uns einigen Herausforderungen stellen mussten, war es insgesamt eine wunderbare Zeit. Ich bin sehr dankbar für diese Erfahrung und würde sie jederzeit wieder machen.