Von Elisabeth Görsdorf-Lechevin und Bianca Miklautsch (Job-Shadowing, Spanien, Herbst 2025)
“Spanien ist mehr als Tapas und Torros“ – das war der Pitch eines Schülers im Englischunterricht, den wir so nur unterschreiben können. Wir waren von 20. bis 24. Oktober 2025 für ein Job Shadowing und eine Teaching Mobility an unserer Partnerschule, der IES La Pedrera Blanca in Chiclana de la Frontera, an der spanischen Atlantikküste.
Die Schule befindet sich am Stadtrand und ca. 1.000 Schüler:innen von 12 bis 18 Jahren werden dort unterrichtet, zusätzlich gibt es noch eine Art Berufskolleg für Tourismusberufe (Hotelmanagement, Reiseleitung), diese Schüler:innen haben mindestens die Matura. Was sofort aufgefallen ist: Es ist sehr laut, die Klassen sind sehr groß und durch die vielen heißen Tage sind auch immer alle Fenster offen. Was noch deutlich anders war: Es werden zwei Blöcke von drei Stunden hintereinander ohne Pause unterrichtet, da gibt es nur Zeit für den Klassenraumwechsel. In der einzigen großen Pause, die dreißig Minuten dauert, ist dafür Zeit, sich zu erholen und vom Unterricht abzuschalten. Das passiert im ganzen Schulgelände und ohne Telefon – es herrscht für alle Schüler:innen Handyverbot, auch Tablets und Laptops werden nicht verwendet.
Für die Teaching Mobility wurde ein eigener Stundenplan erstellt, mit den Kolleg:innen vor Ort wurde dann vereinbart, was unterrichtet wird. Im Fall von mir, Elisabeth Görsdorf-Léchevin, und meinen Fächern waren das Stunden in Englisch, Französisch und Deutsch – über alle Jahrgänge hinweg und mit verschiedenen Niveaus. Neben interaktiven Teilen wurde auch immer etwas zu Österreich präsentiert und mit den Schüler:innen gemeinsam gearbeitet. Zusätzlich dazu konnte ich an den wöchentlichen Besprechungen für Englisch und Erasmus+ teilnehmen. Interessant war die Stadtführung: Die Kolleg-Schüler:innen haben als Gruppe höchst professionell eine Stadtführung auf Englisch durchgeführt, um die im Unterricht erarbeiteten Inhalte mit uns anzuwenden.
Für die Job Shadowing Mobility durfte ich, Bianca Miklautsch, an verschiedenen Unterrichtseinheiten wie Rezeption, Deutsch und Guiding teilnehmen und auch phasenweise selbst unterrichten. Die Teilnehmer:innen dieser Gruppen waren allesamt Erwachsene.


Darüber hinaus hatte ich die Möglichkeit, an zwei Exkursionen teilzunehmen und wertvolle Einblicke in die spanische Hotellerie zu gewinnen. Durch eine Führung sowie eine Präsentation der Hoteldirektor:innen erhielt ich interessante Einblicke in die internationale Hotellerie und konnte gleichzeitig Kontakte für mögliche zukünftige Praktika unserer Schüler:innen in Österreich knüpfen.
Ein besonderes Highlight war die Teilnahme an der „Mesa de Turismo“, bei der verschiedene Speaker über Chiclana berichteten und die zahlreichen touristischen Aktivitäten und Initiativen der Region vorstellten.
Durch diese Erfahrungen konnten wir unsere fachlichen, sprachlichen und interkulturellen Kompetenzen deutlich erweitern. Der Austausch mit Lehrkräften und Fachleuten vor Ort hat unser Verständnis für unterschiedliche Unterrichts- und Ausbildungsansätze bereichert. Zudem haben wir viele neue methodisch-didaktische Impulse gewonnen, die wir in unseren eigenen Unterricht einfließen lassen können. Insgesamt war diese Mobilität eine äußerst lehrreiche und inspirierende Erfahrung, die uns sowohl persönlich als auch beruflich nachhaltig bereichert hat.


