Von Johanna Freyler, 5HLWd

Am 19.11.2025 machten wir, die 4HLKa, 5HLWc und 5HLWd, uns um 7:00 Uhr vom Grazer Hauptbahnhof aus auf den Weg nach Oberösterreich. Der erste Programmpunkt war ein Besuch der Stollenanlagen in Steyr, die ursprünglich als Schutzräume vor Luftangriffen dienten und später auch mit Kriegsproduktion verbunden waren. Während der Führung wurde erklärt, unter welchen Bedingungen Zwangsarbeiter:innen dort eingesetzt wurden und wie wenig Schutz oder Versorgung sie damals erhielten. Zusätzlich zu den Stollen selbst waren zahlreiche persönliche Dokumente ausgestellt – darunter Biografien, Briefe, alte Fotos und Erinnerungen von Menschen, die dort arbeiten mussten. Diese Einblicke machten die Geschichte besonders greifbar und zeigten, dass hinter jedem historischen Ereignis individuelle Schicksale stehen. Gerade die handgeschriebenen Briefe und Fotos gaben ein Gefühl dafür, wie unterschiedlich die Lebenswege der Betroffenen waren.
Nach Steyr ging es weiter zur Gedenkstätte Mauthausen, wo eine rund zweistündige Führung stattfand. Dabei wurden verschiedene Teile des ehemaligen Konzentrationslagers gezeigt und ausführlich erklärt. Dazu gehörten unter anderem die Unterkünfte, Arbeitsbereiche und Wege, die damals eine zentrale Rolle im Alltag der Häftlinge spielten. Die Führung ging auch auf Aspekte ein, die man ohne Erklärung wahrscheinlich nicht wahrnehmen würde – etwa den Fußballplatz außerhalb des Lagerbereichs, der in der NS-Zeit zu Propagandazwecken genutzt wurde, um nach außen ein Bild von Normalität zu vermitteln.

Während der Tour konnten wir immer wieder Fragen stellen und eigene Schwerpunkte setzen, was die Führung sehr abwechslungsreich gemacht hat. Die Mischung aus historischen Fakten, den sichtbaren baulichen Strukturen und den zusätzlichen Hintergrundinformationen machte deutlich, wie groß und komplex das gesamte System Mauthausen war.
Gegen 18:30 Uhr kamen wir wieder am Grazer Hauptbahnhof an und beendeten einen intensiven, lehrreichen und eindrucksvollen Tag.