BERLIN LEBT

BERLIN LEBT

Von Ayleen Papst

Das gilt als das mittlerweile wohl bekannteste Zitat des deutschen Rappers „Capital Bra“ und nach meinem 4-wöchigen Praktikum in Berlin kann ich diese Aussage voll und ganz bestätigen. Seien es die bunt besprühten Wände in der ganzen Stadt, die vielen Menschen verschiedener Herkunft und Kulturen oder die vielfältige Küche – in der deutschen Hauptstadt ist unglaublich viel los. Diese Erfahrungen wurden mir durch mein Praktikum bei Goldbaum Management mithilfe der finanziellen Unterstützung von Erasmus+ ermöglicht.
Goldbaum Management ist eine kleine Schauspielagentur im Berliner Stadtteil Schöneberg, die deutsche Schauspieler und Schauspielerinnen vermittelt. Chun Mei Tan, meine Chefin und die Leiterin der Agentur arbeitet mit ihrer Kollegin Sandra Ehlernmann, der die Firma Scriptmakers gehört, zusammen an dem Projekt „Das Berliner Zimmer“. Ich durfte für beide Firmen und das Projekt arbeiten und konnte viel Neues über die deutsche Filmindustrie lernen.
Mein Arbeitstag begann gemütlich um 10 Uhr vormittags. Zu meinen Hauptaufgaben gehörten das Beantworten von Jobangeboten für die Schauspieler_innen der Agentur, das Aktualisieren von Datenbanken, die Erneuerung der Firmenwebsite und die Buchhaltung. Zwischendurch kamen verschiedene kleinere Aufgaben auf mich zu und ich durfte sogar einen Vormittag lang die Arbeit stehen lassen, um mich stattdessen in einen Workshop für Schauspieler_innen setzen. Es war eine super Gelegenheit, um ein Gefühl für die Arbeit zu bekommen, die hinter den Filmen steckt.

Zusätzlich machte es auch unglaublich viel Spaß und ich konnte echte deutsche Schauspieler_innen kennenlernen, die mir von ihren eigenen Erfahrungen und Wahrnehmungen der deutschen Filmbranche berichteten. Ein weiteres Highlight an meinem Praktikum war, als ich mit meiner Chefin und einigen Schauspieler_innen an einer Führung durch den Rundfunk Brandenburg-Berlin teilnehmen durfte und hautnah in mehreren Sendestudios über die Technik, die Tricks und auch die Geschichte lernte. Neben der Arbeit legen die Mitarbeiter_innen des ganzen Büros viel Wert auf körperliche sowie auch auf mentale Gesundheit und baten mir sogar die Möglichkeit, mit ihnen zu meditieren und Pilates zu probieren.
Das Büro verließ ich meistens um spätestens 17 Uhr, weshalb mir genügend Zeit blieb, um Berlin anzusehen. Meine Freizeit verbrachte ich gemeinsam mit meiner Freundin Annabell, die in einer anderen Institution arbeitete, aber die 4 Wochen mit mir gemeinsam in Berlin verbrachte.

Wir besuchten verschiedenste Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Einkaufszentren und versuchten generell so viele Eindrücke wie möglich zu sammeln. Zu den von uns besuchten Orten zählten die typischen Sehenswürdigkeiten, wie das Brandenburger Tor, der Fernsehturm und die Eastside Gallery, aber auch unbekanntere Geheimtipps wie das „The Wall“ Panorama, das ein sehr realistisches Bild des Lebens während der Ost-West-Trennung bot. Auch das Denkmal für die ermordeten Juden Europas war sehr beeindruckend und sollte unbedingt besucht werden. Außerdem versuchten wir in der „Mall of Berlin“ und dem „KDW – Das Kaufhaus des Westens“ einzukaufen, jedoch waren diese beiden Einkaufszentren für uns Schülerinnen eher zum Anschauen als zum Kaufen geeignet. Das Highlight des Aufenthalts bildete eindeutig das Essen: Wir probierten die verschiedensten Restaurants, wobei meine Favoriten „Burgermeister“ und „Wonder Waffel“ waren. An all dem hatten wir unglaublich viel Spaß, der jedoch hin und wieder von den Erinnerungen an die dunklen Seiten der Berliner Geschichte und die bis heute sehr präsente Armut in der Großstadt getrübt wurde.
Im Allgemeinen durfte ich viele schöne, aber auch ein paar nicht so schöne Seiten des Großstadtlebens kennenlernen und es war die beste Möglichkeit, um zu wachsen und zu lernen. Die Zeit in Berlin bereitete mir die 4 eindrucksvollsten Wochen meines Lebens, die ich bis jetzt erleben durfte und ich würde dieses Auslandpraktikum sofort noch einmal machen.

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